Die Geschichte hinter dem Buch

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und geschichtliche Fakten zum historischen Roman "Das Hexennest".
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Über den Roman »

„Das Hexennest“ ist ein Roman, der von der Hexenverfolgung in Lemgo im 17. Jahrhundert inspiriert worden ist.
Lemgo bekam als einzige lippische Stadt die Blutgerichtsbarkeit vom Landesherrn Simon VI. (1554 - 1613)  verliehen und hatte damit das Recht, bei bestimmten Straftaten über Leben und Tod seiner Bürger zu entscheiden. Lemgo gehörte innerhalb Deutschlands zu den Städten, in denen die Hexenprozesse besonders intensiv geführt wurden.
Alle Figuren sind Produkte meiner Phantasie, allerdings sind überlieferte biographische Elemente und Charakterzüge des Lemgoer Bürgermeisters  Hermann Cothmann  (* 1629 in Lemgo † 1683 ebenda) in die Figur des Hermann Grote eingeflossen. Dessen Mutter, Katharina Goehausen fiel 1654 einem Hexenprozess zum Opfer, ihr Sohn scheute sich aber nicht, später zum Parteigänger ihrer Verfolger zu werden.
Sein Onkel, Hermann Goehausen, lehrte an der Universität zu Rinteln und veröffentlichte 1630 mit dem Buch „Wie man mit Unholden und Zauberischen Personen  verfahren soll“ einen Leitfaden, der die harte Einstellung der Rintelner Juristenfakultät zum Ausdruck brachte.
Während Cothmanns Amtszeit 1666 bis 1683 wurden ungefähr 100 der Hexerei verdächtigen Personen hingerichtet. Im ersten Jahr seiner Amtszeit fällte er bereits 37 Todesurteile.
Obwohl ihm von den Gremien und Bürgern der Stadt aufgrund von Korruption und Habgier Widerstand entgegenschlug, blieb seine Macht unangetastet. Rückendeckung gab ihm der lippische Landesherr Simon Heinrich zu Lippe Detmold ( 1646 – 1697 ), der ihn aus Furcht vor Unruhen stützte und ihn außerdem bereits vor seiner Wahl zum Bürgermeister zum gräflichen Landrat ernannt hatte. Simon Heinrich und sein Vater Hermann Adolf zu Lippe Detmold ( 1616 – 1666) , unter dessen Regentschaft die Mehrzahl der Detmolder Hexenprozesse stattfanden, verschmelzen als Vorbilder in der Figur des Landesherren Adolph Heinrich.
Anna Veltmans, auch bekannt unter dem Namen Witwe Böndel, war eine erfolgreiche Kauffrau. Sie geriet durch mehrfache Anschuldigungen in Hexereiverdacht, konnte aber eine Kaution hinterlegen und wurde freigelassen. Nach dem Tode ihres zweiten Ehemannes wurde sie erneut verdächtigt, angeklagt und gestand unter der Folter. Nach Zahlung der geforderten Summe wurde sie zum Schwert begnadigt und am 23. Dezember 1665 hingerichtet. Ihr Schicksal und die Umstände ihres Todes spiegeln sich in der Figur der Witwe Bender wider.
Das Leben und der Alltag der beschriebenen Personen könnten ansonsten ähnlich wie beschrieben abgelaufen sein. Ich habe meiner Phantasie lediglich erlaubt, mit den realen Gegebenheiten und Möglichkeiten der damaligen Zeit zu spielen. Diese habe ich in der wissenschaftlichen Literatur und bei diversen Exkursionen recherchiert.