Die Geschichte hinter dem Buch

Auf diesen Seiten finden Sie Hintergrundinformationen, zusätzliche Informationen
und geschichtliche Fakten zum historischen Roman "Das Hexennest".
Die Seiten werden weiter ergänzt.

Über den Roman »

Sämtliche im Roman beschriebenen Heilkräuter sind nach wie vor in der freien Natur zu finden. Ihre möglichen Standorte,  die Wirkungsweise, die Dosierungen und Nebenwirkungen entsprechen den botanischen und medizinischen Fakten.  Auch rein pflanzliche Drogen können  - neben von großem Nutzen – schädlich bis tödlich sein. Ihre vielfältigen Wirkungen wurden von den Menschen bereits ab der Jungsteinzeit genutzt.
Das bedeutendste pflanzenkundliche Werk der Antike ist die Arzneimittellehre des griechischen Arztes Pedanios Dioskurides ( 1. Jahrhundert nach Chr.) aus der kleinasiatischen Provinz Kilikien. Er beschreibt etwa 600 vor allem in seiner Heimat wachsende Heilpflanzen. Mittelalterliche Botaniker bemühten sich um die Identifizierung dieser Pflanzen in der mitteleuropäischen Flora, was häufig misslang, da es viele der von Dioskurides beschriebenen und in manchen der alten Handschriften abgebildeten Pflanzen hier zu Lande gar nicht gibt. Trotzdem genoss die Arzneimittellehre des Dioskurides jahrhundertelang und bis in die Neuzeit hinein so hohes Ansehen, dass immer wieder neue Ausgaben und Neubearbeitungen erschienen.
Die Klostermedizin des Mittelalters, die vor allem von den Benediktinern getragen wurden, gründete auf antiken Überlieferungen, arabischen Erkenntnissen und germanisch-keltischem Heilwissen.
Die Benediktinernonne  und Äbtissin Hildegard von Bingen  ( 1098 – 1179 ) vereinigte in ihren Abhandlungen schriftliche Traditionen, Volksüberlieferung sowie eigene Beobachtungen und Erfahrungen. Der Dominikanermönch und Bischof von Regensburg Albertus Magnus (1193 –1280 )
schrieb sieben Bücher über Pflanzen und Pflanzenheilkunde. Er stand im Ruf großer Gelehrsamkeit und allerlei Zauberkünsten. Noch Jahrhunderte nach seinem Tod waren Zauberbücher im Umlauf, die sich mit seinem Namen schmückten.
An der Schwelle zur Neuzeit steht der Arzt, Naturforscher und Alchemist Theophrastus Bombastus
von Hohenheim, genannt Paracelsus ( 1493- 1541). Er kombinierte pflanzliche und metallische sowie sowie mineralische Heilmittel und betonte die Bedeutung der Seele für das Krankheitsgeschehen. In seinen Schriften stützt er sich auf  antike Autoren, aber auch auf Volkswissen und -glauben.
Die Frau spielte in der Heilkunde des Mittelalters als Hebamme und Kräuterfrau eine durchaus wichtige Rolle. Sie waren für das Wohl der weiblichen Körper verantwortlich. Ihr Wissen  über die Pflanzen, ihre Fundorte, Wirkungen und Nebenwirkungen und ihre spirituellen Bedeutung wurde innerhalb der Familie von Mutter zu Tochter über viele Generationen weitergegeben und fortentwickelt. So entstanden im Laufe der Zeit Familienrezepte und familiäre Geheimnisse, die den Frauen schnell den Ruf einbringen konnten, Magie einzusetzen oder gar mit finsteren Mächten im Bund zu sein.
Mit der Erfindung des Buchdrucks und des Holzschnitts wurde es relativ einfach möglich, Bücher samt den darin enthaltenen Abbildungen herzustellen und zu vervielfältigen. Die nun entstehenden Kräuterbücher verbanden das Wissen der Antike mit botanischen Beobachtungen  der heimischen Natur und veröffentlichten Rezepte der Volksmagie und Volksmedizin.
Das „Kreuterbuch“ des Frankfurter Stadtarztes Adam Lonitzer ( 1528 – 1586) erlebte viele Neuauflagen ebenso das „New vollkommen Kraeuter-Buch“ des Arztes Jakob Theodor Tabernaemontanus ( gest. 1590).