Die Geschichte hinter dem Buch

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und geschichtliche Fakten zum historischen Roman "Das Hexennest".
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Über den Roman »

Die Küche des frühneuzeitlichen Europas ist eine Mischung der mittelalterlichen Kochkunst mit bis in die Neuzeit reichenden Neuerungen. Das Zeitalter war geprägt durch das Aufkommen neuer Ideen, wachsenden Außenhandel, die Reformation und die Revolution der Wissenschaften. Die Entdeckung der neuen Welt, die Schaffung neuer Handelswege nach Asien und die sich ausweitenden Beziehungen ins Ausland bis nach Afrika und in den Orient brachten eine Fülle neuer Nahrungs- und Genussmittel nach Europa. Bislang als teurer Luxus geltende Gewürze wurden allgemein erschwinglich. Eingeführte Pflanzen wie Mais, Kartoffeln und Tomaten entwickelten sich - neben eingeführten Genussmitteln wie Tee, Kaffee und Kakao - zu bleibenden Kennzeichen einer gewandelten europäischen Küche. Getreide, Eier, Milchprodukte, Bohnen und Erbsen waren die Hauptnahrungsmittel der ärmeren Schichten. Nach und nach setzte sich der Verzehr von Kartoffeln auch hier durch. Die Versorgung in Europa mit Fleisch war auch in dieser Gruppe vergleichsweise hoch. Art und Menge des aufgetragenen Fleisches galt bei allen Schichten als Statussymbol. Die regionalen Gegebenheiten waren dabei von großer Bedeutung.

Annibale Carraci, Der Bohnenesser, 1580 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File%3AAnnibale_Carracci_The_Beaneater.jpg)

Da Wasser noch nicht industriell aufbereitet werden konnte, wurden zu jeder Mahlzeit milde alkoholische Getränke wie Bier oder Wein zu sich genommen. Pietro Longhi, Die Morgenschokolade 1775 Diese Zeit führte insgesamt zu einer Verbesserung des europäischen Lebensstandards, von der zunächst nur die höheren Gesellschaftsschichten profitierten. So sind es auch deren Rezepte, die in die Kochbücher der Zeit eingingen. Das Kochbuch „Ein Köstlich new Kochbuch“, wurde von Anna Wecker verfasst, die als Ehefrau eines angesehenes Arztes in Colmar einen großen Haushalt führte. Es war das erste von einer Frau stammende, gedruckte Kochbuch in deutscher Sprache. Ihre Tochter, Katharina Taurellus gab es 1597 nach dem Tod von Anna Wecker heraus.

Pietro Longhi, Die Morgenschokolade 1775